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T-Shirt-Aktion für eine faire Krankenhausfinanzierung

Pflegedienstleiterin Anna Schmidt (links außen), Chefarzt Dr. Reiner Weisenseel (dritter von rechts) sowie Vorstand Helmut Nawratil (rechts außen) forderten gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in einer T-Shirt-Aktion eine faire Krankenhausfinanzierung.

Rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik, die Klinikleitung mit Chefarzt und Pflegedienstleitung sowie Vorstand Helmut Nawratil trugen stellvertretend für die 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bezirkskliniken T-Shirts mit der Aufschrift „Wir alle sind das Krankenhaus“ oder „24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr für Sie vor Ort“ und informierten über die aktuelle Lage an der Klinik und die Forderungen nach einer fairen Krankenhausfinanzierung. Ähnliche T-Shirt-Aktionen fanden an weiteren Krankenhäusern in Mittelfranken statt.

Angemessene Vergütung
Die mittelfränkischen Kliniken fordern die Politik auf, für eine Krankenhausfinanzierung zu sorgen, die die erbrachten Leistungen der Kliniken auch angemessen vergütet. Die Politik muss umgehend die wirtschaftliche Stabilität der Kliniken wieder herstellen, um die davon abhängige medizinische und pflegerische Leistungsfähigkeit aufrecht zu erhalten.

Allein für das Jahr 2013 ist mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Personal- und Sachkosten zu rechnen. Dafür verantwortlich sind maßgeblich die Tariferhöhungen, steigende Energiekosten und Versicherungsprämien sowie der medizinische Fortschritt und neue gesetzlichen Vorgaben. Der durchschnittliche Preis für Krankenhausleistungen kann aufgrund einer gesetzlich vorgegebenen Deckelung in 2013 aber nur um maximal zwei Prozent steigen. Dies führt im Ergebnis zu einer weiteren erheblichen Finanzierungslücke für alle Krankenhäuser in der Region.
Die mittelfränkischen Krankenhäuser fordern deswegen: 1. die Refinanzierung von steigenden Kosten für Personal, Energie oder Versicherungsprämien; 2. die Rücknahme der Abschläge bei Mehrleistungen und 3. die Rücknahme der Kürzungen für die Krankenhäuser in den Jahren 2011, 2012 und 2013 zur „Rettung“ der Krankenkassen.

Weitere Aktionen, um der Politik diese Forderungen zu übermitteln, sind in Planung.

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Wohnortnähe als Plus

Einblick in ein Zimmer der Intensivstation: Stellvertretender Chefarzt Dr. Kohl im Gespräch mit der Oberärztin Ute Buchner. Im Hintergrund überwacht Dr. Andrea Truchat einen Patienten.

Anfang März wurde die erweiterte und modernisierte Intensivstation des Zentrums für Neurologie und Neurologische Rehabilitation (ZNR) im Klinikum am Europakanal Erlangen offiziell eingeweiht. Über sieben Millionen Euro hat das Unternehmen in den Umbau des ZNR investiert. Zwei Millionen davon stammen aus staatlichen Fördermitteln. Herzstück der Sanierung ist die Erweiterung und Modernisierung der Intensivstation. „Wir haben nun zwölf Intensivbetten, alle ausgestattet mit Beat-mungsgeräten“, erklärt Dr. Kohl. „Damit kann die Rehabilitation des Patienten zum Beispiel nach einem Schlaganfall schon während der Beatmung stattfinden.“

Mit der Erweiterung der Intensivstation hat das ZNR seine Behandlungsmöglichkeiten ausgedehnt und reagiert damit auf eine große Nachfrage: „Hier im Großraum Nürnberg-Erlangen-Fürth bestand ein Mangel an einer wohnortnahen Versorgung von Patienten“, berichtet Dr. Kohl weiter. „Sie mussten für die Rehabilitation nach der Erstversorgung oder Operation in bis zu 100 Kilometer entfernte Kliniken verlegt werden. Unsere Nähe zu den zuverlegenden neurologischen und neurochirurgischen Kliniken garantiert auch eine bessere Abstimmung bei der Übernahme des Patienten.“ Von der Frührehabilitation bis zur weiterführenden Rehabilitation bietet das ZNR eine lückenlose Versorgung. Der Patient muss für verschiedene Rehabilitationsphasen nicht immer wieder verlegt werden. Die medizinische und technische Ausstattung garantiert auch die professionelle Versorgung in Krisensituationen.

In beträchtlichem Umfang wurden auch weitere Stationen des ZNR saniert. Die Zimmer der Station für die Rehabilitationsphase B erhielten eine behindertengerechte Ausstattung. Die Zimmer der Akutstation, auf der sich das Team unter anderem auf eine Parkinson-Komplexbehandlung spezialisiert hat, wurden sogar komplett umgebaut und vergrößert. Auch die physikalische Therapie wurde modernisiert und technische Verbesserungen sowie die Schaffung eines zentralen Bettenlagers und einer Rollstuhlzentrale vor Ort runden die Umbaumaßnahmen ab. Damit ist das ZNR gut für die Zukunft aufgestellt. Dr. Kohl und sein Team, bestehend aus Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten arbeiten nun an der weiteren medizinischen und wirtschaftlichen Entwicklung, denn das Wachstum des ZNR ist ein wichtiger Baustein des Zukunftskonzepts der Bezirkskliniken Mittelfranken.

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Brücke zwischen Gesellschaft und Psychiatrie

Susanne Gillmann, Vorsitzende des Betreuungsdienstes Psychiatrie Erlangen e. V.

Der Betreuungsdienst Psychiatrie Erlangen e.V. zieht eine positive Bilanz seiner Veranstaltungsreihe über psychische Erkrankungen.

Die Veranstaltungsreihe wird jedes Jahr vom Betreuungsdienst Psychiatrie Erlangen e.V. in Kooperation mit dem Klinikum am Europakanal Erlangen, dem Angehörigenverband sowie dem Selbsthilfeverein Pandora Nürnberg organisiert. Sie hat das Ziel, Angehörige und Interessierte über psychische Erkrankungen zu informieren und Berührungsängste abzubauen. Gleichzeitig sollen aber auch Menschen für das Ehrenamt angesprochen werden, denn der Verein mit seinen 47 Mitgliedern ist immer auf der Suche nach aktiven Helfern.

Susanne Gillmann, Leiterin des Betreuungsdienstes Psychiatrie in Erlangen e.V., freut sich über die positive Resonanz auf das Veranstaltungsangebot. Jeweils bis zu 50 interessierte Personen kamen zu den insgesamt acht Terminen, bei denen es um die Themen Demenz, Depression, Schizophre-nie, Sucht sowie Angst und Zwang ging. „Manchmal ahnt man aufgrund der Nachfragen, welche Schicksale das Publikum zum Teil mitbringt“, berichtet Susanne Gillmann. Gerade Angehörige nutzten die Gelegenheit, um mehr über bestimmte Erkrankungen aus ihrem Umfeld zu erfahren. Nach dem letzten Abend haben sich außerdem einige gemeldet, die daran interessiert sind, mitzuarbeiten.

Über den Betreuungsdienst Psychiatrie
Seit fast 30 Jahren besuchen die ehrenamtlichen Mitglieder des Betreuungsdienstes psychisch kranke Menschen: auf Station und in der Ambulanz im Klinikum am Europakanal in Erlangen, aber auch zu Hause. Unterstützt und gefördert wird diese Arbeit vom Chefarzt Dr. med. Andreas Ahnert sowie den Mitarbeitern der Klinik für Psychiatrie, Sucht, Psychotherapie und Psychosomatik des Klinikums am Europakanal Erlangen. „Wir verstehen uns als Ergänzung zur professionellen Arbeit“, erklärt Susanne Gillmann. „Wir gehen mit den Patienten einkaufen, laden sie zu Kaffeerunden und regelmäßigen Ausflügen ein oder hören einfach zu, wenn sie über ihre Sorgen und Nöte sprechen möchten.“

Was heute so selbstverständlich klingt, war vor knapp 30 Jahren ein harter Kampf. Die Gründerin des Vereins, Ingeborg Schuck, hat mit großem Engagement, gegen Widerstände und Spötteleien, den Weg der Ehrenamtlichen in die Psychiatrie geebnet. In den vergangenen 17 Jahren hat ihre Nachfolgerin Gudrun Fugmann den Betreuungsdienst zu dem ausgebaut, was er heute ist: Eine Brücke zwischen Gesellschaft und Psychiatrie.

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Ganz nah am Menschen

Die Erlanger Seelsorger bei der "Klagemauer", von links: Pastoralreferent Michael Jokisch, Gemeindereferentin Birgit Link und Pfarrer Matthias Schulz.

Seelsorge am Klinikum am Europakanal.

„Ich war krank und ihr habt mich besucht.“ Unter dieses Motto haben die Krankenhaus-Seelsorger im Klinikum am Europakanal ihre Arbeit gestellt. Der evangelische Pfarrer Matthias Schulz sowie seitens der katholischen Kirche die Gemeindereferentin Birgit Linz und – in Halbtagsstellung neben seiner Tätigkeit in einer Gemeinde – Michael Jokisch kümmern sich im Klinikum am Europakanal und im Soziotherapeutischen Wohnheim Eggenhof um das Wohl von rund 700 Patienten.

Ehrenamtliche Seelsorger
Und sie tun das nicht allein, womit wir bei der ersten Besonderheit wären: Linz, Jokisch und Schulz bilden ehrenamtliche Seelsorger aus, von denen sie dann bei ihrer Tätigkeit unterstützt werden. Der erste Kurs fand von April bis November 2010 statt. Dabei legen die drei Seelsorger großen Wert auf die persönliche Eignung der Ehrenamtlichen. Von zwölf Bewerbern wurden sieben ausgebildet und sechs dann auch eingesetzt. Derzeit sind noch drei Frauen aus dem ersten Kurs aktiv. Einen Vormittag oder einen Nachmittag pro Woche besuchen sie Patienten im Klinikum, vorwiegend im Zentrum für Neurologie und Neurologische Rehabilitation (ZNR). Damit sich die ehrenamtlichen Seelsorger zu keiner Zeit bedrängt fühlen, können sie regelmäßig aufs Neue entscheiden, ob sie für die Dauer eines weiteren Jahres dabei bleiben möchten. Inhalte der Ehrenamtlichen-Ausbildung sind unter anderem Gesprächsführung, Krankheitsbilder sowie Glaube und Spiritualität. Hinzu kommen vier Einzel-Supervisionen. Die Bürgerstiftung Erlangen sowie die beiden Kirchen unterstützen die Finanzierung der Kurse, ebenso das Klinikum.

Seit drei Jahren gibt es im ZNR in Erlangen – und bislang nur dort – auch einen Arbeitskreis Ethik, dem neben Ärzten, Pflegern und Therapeuten auch Michael Jokisch angehört. „Das soll ein Ethik-Komitee werden“ beschreibt Jokisch die Zielsetzung des Arbeitskreises.

Pfarrer Matthias Schulz arbeitet dank einer speziellen Ausbildung zum Psychodramaleiter und Supervisor auch psychotherapeutisch mit den Patienten. Weil es in der Erlanger Psychiatrie eine große Abteilung für Hörgeschädigte gibt, welcher Schulz die Hälfte seiner Arbeitszeit widmet, hat er zudem Kenntnisse in Gebärdensprache. Auch die Gottesdienste werden zusätzlich in Gebärdensprache gehalten. Jeden Sonntag um 10 Uhr gibt es im Wechsel einen katholischen oder einen evangelischen, der über Lautsprecher auch auf die Stationen übertragen wird.
Die drei Seelsorger halten hin und wieder auch nach dessen Entlassung Kontakt zum Patienten. Dies müsse man allerdings „schmal halten, weil es einen sonst auffrisst“, wie sie sagen.

Die Kirche des Klinikums am Europakanal ist ein Ort, den Menschen gerne nutzen, um zur Ruhe zu kommen und aufzutanken.

Offenheit und Vertrauen
Birgit Linz ist seit neun Jahren bei den Bezirkskliniken, Matthias Schulz seit zehn Jahren und Michael Jokisch seit drei Jahren. Sie alle waren vorher in Gemeinden tätig. „Hier kommt man näher an den Menschen ran“, begründet Birgit Linz ihren Wechsel in die Klinikseelsorge – zumal man hier meist Einzelnen und keiner Gruppe gegenüberstehe. Für Linz, die vor allem Patienten in der Forensik betreut, ist klar: „Gewachsenes Vertrauen ist sehr wichtig für die Menschen.“ Eine Einschätzung, die Michael Jokisch teilt: „Diese Offenheit und dieses Vertrauen erlebst du in der Gemeinde selten.“ Andererseits gebe es schon immer wieder mal „Patientengeschichten, die nehme ich mit nach Hause“.

„In der Psychiatrie kann ich im Gegensatz zur Somatik die Menschen länger begleiten“, sagt Matthias Schulz. Dadurch erreiche er eine große Nähe zum Patienten. Das sei einerseits anstrengend, etwa im Hinblick auf Übertragungen, aber eben auch wertvoll, biete es doch „ein großes Spektrum an Möglichkeiten bezüglich der Arbeit mit den Patienten“. Großen Wert legen die Seelsorger auf die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern in den Kliniken. Für diese wurden bereits drei Kurse „Umgang mit Trauer und Verlust“ angeboten. Sie waren alle ausgebucht, ein vierter Kurs ist in Planung. „Dieses Angebot ist sehr gefragt“, sagt Schulz. Ohnehin sind die Erlanger Seelsorger zufrieden, was die Akzeptanz ihrer Angebote betrifft. Ob Gottesdienste auf Stationen oder die Themenabende, die oft Aufhänger für tiefgehende Gespräche sind, all dies wird gut angenommen. „Der Bedarf ist größer als was wir decken können“, sagt Michael Jokisch.

Beliebt ist auch die sogenannte Klagemauer in der Kirche. Hier können die Patienten ihre Nöte, Anregungen und Bitten niederschreiben und hinterlassen. Die Seelsorger versuchen dann, die derart kommunizierten Punkte in den Gottesdienst aufzunehmen. Ohnehin fänden in der Klinik „andere, besonderere Gottesdienste als in einer Kirchengemeinde statt“, so Michael Jokisch. Es herrsche dort eine „offene und ehrliche Atmosphäre“. Matthias Schulz leitet „draußen“ den Projektchor einer Kirchengemeinde, welcher gelegentlich auch in der Klinikumskirche auftritt und „eine hohe emotionale Wertschätzung“ erfahre.

Musik zum Auftanken
Grundsätzlich sei die Kirche auf dem Klinikumsgelände „ein Platz, wo Menschen zur Ruhe kommen und auftanken können“, sagt Birgit Linz. Interessierten steht jederzeit ein Klavier zur Verfügung, auf Anfrage sogar die Orgel. Nicht nur Patienten nutzen die Kirche, um sich mit Musik „Staub von der Seele zu spielen“. Ein Pfleger beispielsweise spiele in der Kirche regelmäßig Saxofon, berichtet Linz. Vor der Kirche dient zudem der kürzlich angelegte Bibelgarten als Ort der Besinnung und der Ruhe.

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Die Verbindung zur Normalität

Kinder psychisch erkrankter Eltern sind im Alltag oft heftigen Gefühlen ausgesetzt.

Nach außen hin wirken sie oft auffällig unauffällig; im Familienalltag sind Kinder psychisch kranker Eltern jedoch heftigen Gefühlen ausgesetzt. Der 28. Laienhilfetag der Laienhilfe in der Psychiatrie beschäftigt sich am Freitag, den 29. Juni 2012 im Pacelli Haus Erlangen mit den Umständen und Bedürfnissen dieser besonderen Angehörigengruppe.

Seit fast 30 Jahren besuchen die ehrenamtlichen Mitglieder des Betreuungshilfevereins psychisch kranke Menschen: auf Station und in der Ambulanz im Klinikum am Europakanal in Erlangen, aber auch zu Hause. „Wir verstehen uns als Ergänzung zur professionellen Arbeit“, erklärt Susanne Gillmann, Vorsitzende des Betreuungsdienstes Psychiatrie Erlangen e. V. und Veranstalterin des Laienhilfetags. „Wir gehen mit den Patienten einkaufen, laden sie zu Kaffeerunden und regelmäßigen Ausflügen ein oder hören einfach zu, wenn sie über ihre Sorgen und Nöte sprechen möchten. Laienhelfer sind für die Kranken die Verbindung zur Normalität.“ Unterstützt und gefördert wird diese Arbeit vom Chefarzt Dr. med. Andreas Ahnert sowie den Mitarbeitern der Klinik für Psychiatrie, Sucht, Psychotherapie und Psychosomatik des Klinikums am Europakanal.

 

Susanne Gillmann, Vorsitzende des Betreuungsdienstes Psychiatrie Erlangen e. V.

Den Blick schulen
„Mit den Fachvorträgen und Workshops des Laienhilfetags wollen wir den Blick der Laienhelfer für die Bedürfnisse und Probleme von Kindern psychisch kranker Eltern schärfen“, erläutert Susanne Gillmann weiter. „Sie lernen außerdem die bestehenden Hilfsangebote und deren Ansprechpartner kennen.“ Mindestens 1,5 Millionen Kinder in Deutschland haben Eltern oder einen Elternteil mit einer psychischen Krankheit oder Suchtkrankheit. Andere Schätzungen gehen sogar von zwei bis drei Millionen Kindern aus. Der Alltag dieser Kinder ist schwierig: sie werden emotional und körperlich vernachlässigt, übernehmen oft Elternfunktion für jüngere Geschwister, leiden unter Loyalitätskonflikten sowie Schuld- und Schamgefühlen und haben wenig soziale Kontakte. Außerdem haben sie ein höheres Risiko psychisch krank zu werden als „normal“ aufwachsende Kinder. „Die Hemmschwelle, Hilfs- und Beratungsangebote anzunehmen, ist groß, auch wenn sich Eltern der Probleme ihrer Kinder bewusst sind“, weiß Susanne Gillmann. „Sie befürchten, dass sie ausgegrenzt oder ihnen die Kinder weggenommen werden.“ Diese Angst können die geschulten Ehrenamtlichen ihnen nehmen. Sensibilisiert für das Thema können die Laienhelfer in Gesprächen mit den Patienten eventuell bestehende Probleme schneller erkennen und die Eltern vorsichtig dazu ermuntern, Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen.

Interesse für Menschen als Voraussetzung
Rund 50 Mitglieder zählt der Betreuungsdienst Erlangen e.V. momentan. „Die Ehrenamtlichen – 90 Prozent davon Frauen – kommen meist in der Spätphase ihres Berufslebens oder mit Eintritt in den Ruhestand zu uns“, sagt Susanne Gillmann. Darunter sind Hausfrauen, Angestellte der Universität und aus der Industrie, aber auch Studierende. In regelmäßig stattfindenden Gesprächsrunden besprechen die Laienhelfer das Erlebte und Erfahrene und durch Veranstaltungen und Vorträge fri-schen sie Grundkenntnisse in Psychiatrie auf oder lernen Techniken der Gesprächsführung. „Unsere Mitglieder wollen sich sozial engagieren“, meint Susanne Gillmann abschließend. „Sie trauen sich zu, andere zu unterstützen und vor allem: Sie haben Interesse an Menschen.“

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Auf Augenhöhe mit dem Patienten

Pflegedirektor der Bezirkskliniken Mittelfranken Achim Alker.

Am 12. Mai ist der Internationale Tag der Pflege: Was Pflege in der Psychiatrie bedeutet

Die Aufgaben der Pflege in einem somatischen Krankenhaus kann sich jeder vorstellen: Medikamente geben, schwerstkranke Menschen auf der Intensivstation überwachen oder den Chirurgen im Operationssaal unterstützen. Doch was und wie arbeiten Pflegekräfte in der Psychiatrie? Anlässlich des Internationalen Tages der Pflege, der jedes Jahr am Geburtstag von Florence Nightingale (1820 bis 1910) begangen wird, beschreibt Achim Alker, Pflegedirektor der Bezirkskliniken Mittelfranken, ein in der Öffentlichkeit weniger bekanntes Berufsfeld.

„Menschen, die in eine unserer Kliniken für Psychiatrie kommen, sind in ihrer Beziehungsfähigkeit meist sehr eingeschränkt“, erläutert Achim Alker. „Dazu kommt, dass sie oft nicht in der Lage sind, ihren Alltag selbstständig zu organisieren und zu bewältigen. Dabei helfen wir ihnen. Doch damit der Patient diese Hilfe zulässt, müssen wir erst ganz bewusst eine professionelle Beziehungsebene aufbauen. Das ist eine unserer Hauptaufgaben.“

Vertrauen aufbauen und aktivieren
Ein älterer Patient kommt nach einem Suizidversuch in die Gerontopsychiatrie. Er ist depressiv und kommt aus sozial schwachen Verhältnissen. Sein Selbstbewusstsein ist im Keller, er traut sich nichts zu und ist mit seinem Alltag völlig überfordert. „Erst einmal wird die Pflegekraft dem Patienten mit einer reflektierenden, akzeptierenden Grundhaltung und der entsprechenden Wertschätzung – also auf Augenhöhe – begegnen“, beschreibt Achim Alker. „Ganz praktisch geht es dann darum, den Patienten zu aktivieren, d. h. ihm bei der Organisation und Bewältigung des Alltags zu helfen, indem man ihm eine feste Tagesstruktur vorgibt. Das beginnt mit dem Aufstehen zu einer bestimmten Uhrzeit, Morgensport, Frühstück usw. und geht dahin, dass der Patient selbst sein Bett macht und man gemeinsam das Mittagessen zubereitet.“ Nach und nach kann man es so schaffen, das Selbstvertrauen des Patienten wieder aufzubauen, ihn in die Gruppe zu integrieren und ihn so zu stabilisieren. „Die Fähigkeit, Gespräche zu führen, sei es in der Gruppe, individuell oder mit Angehörigen ist eine der wichtigsten Kompetenzen, die man als Pflegekraft in der Psychiatrie entwickeln muss“, erklärt Achim Alker weiter. Damit wirken Pflegekräfte unmittelbar an der Therapie des Patienten mit.

 

Den Patienten aktivieren, mit ihm sprechen, für ihn da sein: die Hauptaufgaben der Pflege in der Psychiatrie.

Grundsätzlich gilt in der psychiatrischen Pflege das Prinzip ambulant vor stationär. Wenn der Patient also stabilisiert ist und wieder nach Hause entlassen werden kann, kann er bei Bedarf von Pflegekräften der Institutsambulanzen zu Hause nachbetreut werden. Sie üben mit den Menschen Fertigkeiten im Bereich „lebenspraktisches Training“: den Haushalt führen, eine Tages- und Wochenstruktur erarbeiten, das Lebensumfeld gestalten, Termine einhalten, Konflikte bewältigen, Kontakte aufnehmen, Medikamente regelmäßig einnehmen, Abstinenz einhalten, aber auch Frühwarnzeichen der Erkrankung erkennen und entsprechend reagieren.

Mit Gewalt umgehen
Mit dem Thema Gewalt müssen sich Pflegekräfte in der Psychiatrie stärker auseinandersetzen als in einem somatischen Krankenhaus. Der Grund: Wegen ihrer psychischen Störung gefährden manche Patienten sich selbst oder andere Personen. Daher werden Pflegekräfte standardmäßig im Bereich Deeskalation geschult, um schwierige Situationen gut im Sinne der Patienten und ihres Umfeldes bewältigen zu können.

Ausbildung und Studium
Egal, ob man sich für Pflege in der Psychiatrie oder im somatischen Krankenhaus entscheidet, der Ausbildungsweg ist der gleiche. Nach einigen Jahren Berufserfahrung kann man sich dann z. B. zur Fachpflegekraft für Psychiatrie weiterbilden. Dort werden die verschiedenen Aspekte der Pflege in der Psychiatrie vertieft. Doch auch damit sei der Berufsweg in der Pflege noch nicht zu Ende, weiß Achim Alker. „Pflege wird immer wissenschaftlicher: Man kann bereits Pflegemanagement oder Pflegewissenschaften studieren. In den Bezirkskliniken bieten wir mit ‚Duale Pflege‘ parallel zur Ausbildung Gesundheits- und Krankenpflege ein Studium an.“ Muss man also in Zukunft studiert haben, um Krankenschwester zu sein? „Nein, natürlich nicht“, beteuert Achim Alker. „Aber eine Verwissenschaftlichung bedeutet mehr Forschung auf dem Gebiet der Pflege. Dadurch können wir sie gezielter weiter verbessern und modernisieren. Andere Länder, wie z. B. Großbritannien, sind uns da schon einen großen Schritt voraus.“

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Je früher die Diagnose desto wirksamer die Therapie

Der Welt-Parkinson-Tag am 11.04.2012 macht auf die weit verbreitete Krankheit aufmerksam.

Muhammad Ali leidet daran, ebenso Michael J. Fox und auch Ottfried Fischer. Die drei prominenten Männer haben Parkinson. Rund zwei Millionen Menschen weltweit sind von dieser Krankheit betroffen, gut 250.000 davon in Deutschland. Am Welt-Parkinson-Tag am 11. April 2012 informieren Organisationen und Kliniken in Veranstaltungen und Aktionen über diese Krankheit, die sich mit dem steigenden Altersdurchschnitt der Bevölkerung in den kommenden Jahren sicherlich noch weiter verbreiten wird.

Als typisch für die Krankheit erkennen Laien vor allem das charakteristische Zittern. Doch es gibt noch mehr Hinweise: „Die Verminderung des Geruchsinns, Muskelsteifigkeit, eine Veränderung des Sprechens mit leiser und weniger kräftiger Stimme, eine Verkleinerung des Schriftbildes und eine Verkürzung der Schrittlänge weisen ebenfalls auf eine Parkinson-Erkrankung hin“, zählt Priv.-Doz. Dr. med. Frank-Michael Reinhardt, Chefarzt des Zentrums für Neurologie und Neurologische Rehabilitation des Klinikums am Europakanal in Erlangen, auf. Die ersten Symptome zeigen sich dabei meist zwischen dem 40. und dem 65. Lebensjahr.

Erst zum Arzt, dann zum Spezialisten
Beim ersten Auftreten solcher Störungen heißt es: schnellstens den Arzt aufsuchen. Denn: „Je früher man die Störung erkennt, desto besser können wir sie positiv beeinflussen“, betont Dr. Reinhardt. „Da wir die Möglichkeit haben, die Diagnose schon früh zu stellen, und außerdem über immer bessere Medikamente verfügen, können die Symptome über viele Jahre sehr gut beherrscht werden.“ Klar ist jedoch: Der Betroffene muss damit rechnen, dass sich im Laufe der Jahre Funktionsstörungen einstellen, die dann mit den normalen Mitteln nicht mehr beherrschbar sind. „Zu diesem Zeitpunkt ist es wichtig, einen Spezialisten aufzusuchen, der mit den unterschiedlichen Therapieverfahren und dem Langzeitverlauf gut vertraut ist“, empfiehlt Dr. Reinhardt. Auch ein Aufenthalt in einer Spezialklinik oder einer Rehabilitationseinrichtung kann für einige Wochen sehr sinnvoll sein.

Wichtig für eine gute Langzeitbehandlung sind dabei außerdem die gute Kooperation zwischen der behandelnden Klinik und den niedergelassenen Hausärzten und Spezialisten, aber auch der enge Kontakt zu Selbsthilfegruppen oder Einrichtungen außerhalb der Klinik. Das Zentrum für Neurologie und Neurologische Rehabilitation des Klinikums am Europakanal hält diese Zusammenarbeit für äußerst wichtig. So begleitet die Klinik den Patienten während seiner Krankheit immer in enger Ab-sprache mit dem Hausarzt und dem niedergelassenen Facharzt. Das beginnt bei der frühen Diagnosestellung, geht über eine Akutbehandlung und eine umfassende Parkinson-Spezialbehandlung bis hin zu den Therapiemöglichkeiten im Langzeitverlauf. Neben einer fachärztlichen Betreuung bezieht die Therapie im Rahmen der angebotenen Parkinson-Spezialbehandlung auch Krankengymnastik, Sprechtraining, physikalische Therapie oder Ergotherapie mit ein. „Alle Verfahren werden bei dem angebotenen Behandlungsprogramm speziell auf die Bedürfnisse des Menschen mit einer Parkinson-Störung zugeschnitten und dem individuellen Therapiebedarf angepasst“, betont Dr. Reinhardt.

Über den Welt-Parkinson-Tag
Im Jahr 1997 hat die European Parkinsons Disease Association mit Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation WHO den Welt-Parkinson-Tag eingeführt. Seither wird dieser Aktionstag jährlich am Geburtstag des englischen Arztes James Parkinson begannen, der 1817 erstmals die Symptome der Krankheit beschrieben hat.

Weitere Informationen zur Behandlung von Parkinson im Klinikum am Europakanal finden Sie hier.