Engelthal – In der Frankenalb-Klinik Engelthal fand in diesen Wochen das
Treffen des DBT-Netzwerks Franken statt. DBT bezeichnet die sogenannte
dialektische behaviorale Therapie, die essentiell bei der Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung ist. Die Borderline-Persönlichkeitsstörung,
auch emotional instabile Persönlichkeitsstörung genannt, ist die im psychologischen und psychiatrischen Umfeld am häufigsten diagnostizierte Persönlichkeitsstörung. Nach verschiedenen Angaben sind 1 bis 2 % der Menschen betroffen. Bei den Betroffenen sind starke Schwankungen in der Stimmung, bei zwischenmenschlichen Beziehungen aber auch im Selbstwertgefühl zu verzeichnen. Zudem sind die Betroffenen sehr impulsiv, z.B. in finanziellen Dingen oder beim Umgang mit Suchtmitteln, häufig kommt es auch zu Selbstverletzungen oder Selbstmordversuchen.
Die beteiligten Kliniken, Einrichtungen und psychiatrischen Dienste des
Netzwerkes haben es sich zur Aufgabe gemacht, sich gegenseitig über Weiterentwicklungen der Therapie und Erfahrungen mit der Therapie auszutauschen. Für das Treffen in Engelthal war daher auch eine Vorstellung des Gesamtkonzeptes der Borderline-Behandlung in der Frankenalb-Klinik vorgesehen. Die Behandlung in Engelthal umfasst meist die Institutsambulanz
mit Einzel- und Gruppentherapien sowie die Krisenstation mit ihrem einwöchigen und die Psychosomatisch-Psychotherapeutische Station mit einem
achtwöchigen Behandlungsprogramm. Wichtig ist dabei insbesondere das
Behandlungselement des Fertigkeitentrainings. Hier werden die Betroffenen
im Umgang mit ihrer Krankheit geschult und erlernen mehr Steuerungsmöglichkeiten bei Spannungen sowie bezüglich ihrer Gefühle und zwischenmenschlichen Beziehungen. Chefarzt Dr. Thomas Kraus, unter dessen Leitung die Borderline-Behandlung in der Frankenalb-Klinik Engelthal eine neue
Schwerpunktsetzung erfuhr, weist im Zusammenhang mit dem Gesamtbehandlungskonzept auch auf den Ansatz der Achtsamkeit hin, der es dem Betroffenen ermöglicht, Gedanken und Gefühle besser zu steuern. „Dieser
Ansatz wurde erst in den letzten Jahren ins Behandlungsprogramm integriert
und stellt sich zunehmend als wichtig heraus für den Behandlungserfolg“,
betont Kraus.
