. .
Klinikum am Europakanal >
Die Akut-Psychosomatik in Engelthal feiert ihren ersten Geburtstag
10.09.2008

Im Oktober 2007 eröffnete die Akut-Psychosomatik (Station 3-Ost) in Engelthal
ihr stationäres Angebot für Menschen mit Burn-Out, Angst und Lebenskrisen.
Seitdem werden mit einem speziellen Behandlungsprogramm vor allem Betroffene angesprochen, die sich durch sehr engagiertes, initiatives
Leistungsverhalten in Beruf und Privatleben weit über ihre persönlichen Leistungsgrenzen hinaus verausgabt haben und nun mit den Folgen kämpfen.

Zwar ist Burn-Out keine Diagnose, aber ein sehr leidvoller Zustand, der immer
häufiger zu beobachten ist und verhängnisvolle Konsequenzen für den
Betroffenen und auch für sein Umfeld hat. In der Regel leidet nicht nur der
Betroffene selbst, sondern auch die Partnerschaft, die Familie, der Freundeskreis, der Beruf und nicht zuletzt die Gesundheit. So wird von vielen Betroffenen berichtet, dass sie unter chronischen Erschöpfungszuständen, psychosomatischen Beschwerden, Ruhe- und Schlaflosigkeit leiden und einen
bisher unbekannten Widerwillen gegenüber den Tätigkeiten empfinden, für
die sie zuvor hoch motiviert und engagiert waren.

Je länger dieser Prozess dauert, umso schwieriger ist es für den Betroffenen
aus eigener Kraft auszusteigen. Der Ausstieg wird zusätzlich erschwert, weil
viele Betroffene die Hilfe von Außenstehenden nur schwer annehmen können,
da sie es gewohnt sind, sich selbst zu helfen. Die eigene Hilfsbedürftigkeit
zuzugeben und Hilfe von Dritten anzunehmen, erscheint deshalb für den
Betroffenen manchmal schier unmöglich. Dabei ist das Eingeständnis der
eigenen Hilflosigkeit der „erste Schritt“ aus der so genannten „Burn-Out-
Spirale“. Denn nur so können zu hoch gesetzte Ziele und Ansprüche an sich
selbst in Frage gestellt und verändert werden. Mit dem Eingeständnis der
eigenen Hilflosigkeit wird zugleich ein weiterer Motor abgeschaltet – „die
Angst, als Versager dazustehen“.

Inzwischen konnte mit dem Angebot bereits vielen Betroffenen geholfen
werden. Die speziell konzipierte Behandlung um fasst neben der Gruppenarbeit
zu Themen wie: individuelle Leistungsbereitschaft, Umgang mit Gefühlen,
persönliche Stressfaktoren und deren Bewältigung, insbesondere die
Wiederentdeckung der eigenen Kräfte und Fähigkeiten. Durch sport- und
bewegungstherapeutische Elemente werden dem körperlichen Erschöpfungszustand entgegengewirkt und Kondition und Ausdauer verbessert. Neben wie Kunst-, Gestaltungs- und Musiktherapie wird durch gezielte Übungen zur Reaktivierung der Entspannungs- und Genussfähigkeit ein besseres Wohlbefinden erreicht und Möglichkeit geschaffen, mit belastenden Situationen umzugehen.