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Klinikum am Europakanal >
Kooperation von Uni-Klinikum Erlangen und Bezirkskliniken Mittelfranken
17.03.2010

Optimale Struktur für Schlaganfallpatienten: Das Universitätsklinikum Erlangen und die Bezirkskliniken Mittelfranken, Klinikum am Europakanal Erlangen, haben jetzt einen Kooperationsvertrag zur lückenlosen Versorgung von neurologischen Notfällen im Raum Erlangen geschlossen.

Neurologische Notfälle, darunter besonders alle Schlaganfallpatienten, sollen ab sofort vom Notarzt direkt in die Notambulanz bzw. Schlaganfallstation (Stroke Unit) oder Intensivstation an der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen gebracht werden. Von dort können  die Patienten dann auf die Spezialstationen der Universitätsklinik oder des Klinikum am Europakanal verteilt. Nach der Akutbehandlung soll dann umgehend mit der Frührehabilitation in enger Kooperation mit dem Zentrum für Neurologie und Neurologische Rehabilitation im Klinikum am Europakanal begonnen werden. Diese lückenlose Versorgung mit einem gemeinsamen Konzept bietet Schlaganfallpatienten aus dem Raum Erlangen erstmals eine Krankenhaus übergreifende Versorgungskette, die Leben rettet und den Schweregrad von Folgeerscheinungen deutlich reduziert.

„Allein durch die Aufnahme auf einer hochspezialisierten Stroke-Unit, wie der unseren, reduziert sich das Risiko nach einem Schlaganfall behindert oder tot zu sein um fast zehn Prozent“, so Prof. Dr. Stefan Schwab, Direktor der Neurologischen Klinik des Uni-Klinikums. Hierzu gehört natürlich die Möglichkeit unter einem Dach rund um die Uhr auch schwierige interventionelle Eingriffe zusammen mit der Neuroradiologischen Abteilung und der Neurochirurgischen Klinik anzubieten. „Etwas was es in dieser Form nur an ganz wenigen Standorten in Deutschland gibt“, so Schwab. Hier bewährt sich das Konzept „Kopfklinik“, das alle Neurofächer bündelt.

Beide Kliniken verfügen über ein zertifiziertes Qualitätsmanagement-System und Spezialstationen für die optimale Versorgung von Schlaganfallpatienten, die von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zertifiziert wurden. Das Uni-Klinikum betreibt eine Stroke Unit mit 14 Betten für akute Notfälle, das Klinikum am Europakanal betreibt eine Stroke Unit mit 4 Betten für akute Notfälle und insgesamt 90 Betten für Reha-Patienten. „Neben der akuten Schlaganfallbehandlung sind frühestmögliche Reha-Maßnahmen von besonderer Bedeutung, um beeinträchtigte Hirnfunktionen wieder herzustellen oder gestörte Fähigkeiten wiedereinzuüben“, sagte Privatdozent Dr. Frank Reinhardt vom Klinikum am Europakanal. „Die Versorgung von Schlaganfallpatienten wird mit der neuen Kooperation künftig optimal gelenkt und kontrolliert“, so Dr. Reinhardt. Der besondere Vorteil des Klinikum am Europakanal liegt für Rehabilitationspatienten darin, dass dort neben dem Rehabilitationsbereich auch ein eigenständiger Bereich für Akuneurologie besteht, der die fachlich optimale Behandlung der Rehabilitationspatienten auch in einem sehr frühen Stadium sicherstellt. Sollte der Patient erneut als Notfall in der Klinik eingeliefert werden, liegen alle Daten der Behandlung bereits vor. „Gemeinsam wird damit die Versorgungsqualität entscheidend verbessert.“

Mit täglich 181 Todesfällen stellt der Schlaganfall (Apoplex) die dritthäufigste Todesursache in Deutschland und anderen Industrienationen dar. Ein großer Teil der Betroffenen, die den Hirninfarkt überleben, hat ihr Leben lang mit schweren Behinderungen als Folge der Krankheit zu kämpfen. Kommt es zu einem Schlaganfall, ist schnelles und korrektes Handeln lebensnotwendig für den Patienten. Dabei ist es besonders wichtig, Frühwarnsignale, so genannte TIAs (Transitorische Ischämische Attacken) ernst zu nehmen. Diese Vorboten eines Schlaganfalls umfassen: vorübergehende Lähmung, Sehausfälle, kurzweilige Sensibilitätsstörungen und andere neurologische Ausfälle. „Wer solche Ausfallerscheinungen wahrnimmt, sollte umgehend in eine Spezial-Klinik gebracht werden. Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Time is brain“, so Prof. Schwab.