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Klinikum am Europakanal >
Restrukturierungsmaßnahmen greifen
11.03.2009

Seit Gründung des Kommunalunternehmens Bezirkskliniken Mittelfranken konnte das Defizit jedes Jahr um einige Millionen gesenkt werden.

Demnach betrug der Jahresfehlbetrag der Bezirkskliniken Mittelfranken für 2006 -2.802.445 € und ist somit seit Gründung des Kommunalunternehmens Be-zirkskliniken Mittelfranken deutlich gesunken von -5.616.074 € in 2004 bzw. -3.904.780 € in 2005. Entsprechend dem Jahresabschluss 2007, der gestern vom Verwaltungsrat der Bezirkskliniken Mit-telfranken verabschiedet wurde, kann in 2007 sogar ein Gewinn von 1.695.348 € verzeichnet werden. Dies ist umso bemerkenswerter, als das Personal von 2006 auf 2007 um etwa 30 Kräfte auf 1.890 Vollstellen aufgestockt wurde. Alle diese Stellen dienten der Verstärkung der patientennahen Berufsgruppen. Zusammen mit den Tariferhöhungen steigerten sich die Personalkosten um mehr als 3 %. Zusätzlich mussten Steigerungen bei den Energie- und Lebensmittelkosten in Höhe von über 14 % abgefangen werden. Des Weiteren wurden Rückstellungen für Instandhaltungen gebildet, die allein für das Klinikum am Europakanal etwa 4 Millionen € betrugen und in 2008 bereits für zwingend notwendige Baumaßnahmen verbaut werden. Trotz dieses verstärkten Kostendruckes konnte das positive Ergebnis in Millionenhöhe erreicht werden.
Grundlage der positiven Entwicklung waren grundsätzliche Entscheidungen des Bezirkstages und des Verwaltungsrates in den letzten Jahren. Hierzu gehörten die Entscheidung zur Gründung des Kommunalunternehmens in 2004 sowie die Entscheidung zur Schaffung der neuen Aufbauorganisation der Bezirkskliniken Mittelfranken in 2005.
Ein wesentlicher Effekt, der zum positiven Ergebnis beitrug, war die Verbesserung von Erlösen. Dies wurde im Besonderen erreicht durch die Leistungsmehrung z.B. im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Ansbach, durch eine hohe Auslastung und genaue Belegungssteuerung sowie durch Erlöseffekte die sich aus der Übernahme der Kioske in Erlangen und Engelthal ergeben ha-ben. Des Weiteren konnten die Kosten durch Maßnahmen der internen Budgetierung beeinflusst werden. Entscheidend waren aber auch Synergieeffekte durch die Restrukturierungsmaßnahmen im Sinne der Zusammenlegung der Verwaltungsstrukturen. Daraus ergaben sich wesentliche Effekte beispielsweise durch die Bündelung von Verträgen mit Versicherungen und Lieferanten.
Die positive Entwicklung der Bezirkskliniken Mittelfranken wird allerdings durch steigende Kosten bedroht. So wird der Finanzierungsbedarf für Investitionen und Instandhaltungen weiter steigen. Die Personalkostenentwicklung, aber auch die Energie- und Lebensmittelkostenentwicklung ist drama-tisch. Dies wird ohne eine neue Weichenstellung in der Gesundheitspolitik zu einer nicht mehr kom-pensierbaren Belastung in der Zukunft führen. Entsprechend wurde für das Jahr 2009 ein Defizit von rund 5 Millionen € prognostiziert. Trotz dieser außerordentlichen Herausforderungen für die Zukunft sind mit den bisherigen Maßnahmen erste Schritte getan, die Bezirkskliniken Mittelfranken langfris-tig wirtschaftlich zu sichern.