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Tagesklinik der Neurologischen Klinik des Klinikums am Europakanal muss schließen
22.12.2011

Krankenkassen finanzieren Behandlungskonzept nicht wie bisher

Erlangen, 22.12.2011 – Die Tagesklinik mit 15 Therapieplätzen der Klinik für Neurologie und Neurologische Rehabilitation (ZNR) des Klinikums am Europakanal in Erlangen muss zum 31.12.2011 schließen. "Wir bedauern die Situation, die uns zu diesem Schritt zwingt, sehr", erklärt Werner Siemon, Vorstand der Bezirkskliniken Mittelfranken. Zwei Krankenkassen haben vor gut zehn Tagen erklärt, bestimmte, von der Tagesklinik erbrachte Leistungen ab dem 01.01.2012 nicht mehr als Akutleistungen zu vergüten und entsprechende Rechnungen ab diesem Zeitpunkt zurückzuweisen. Die Kassen stützen sich bei ihrer Entscheidung auf ein Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK). Dieser vertrat bei der Prüfung des Therapieangebotes der Tagesklinik die Meinung, dass es sich nicht um eine Akutbehandlung handle, sondern um Rehabilitations-Maßnahmen. Diese werden bei gleichem Behandlungsinhalt mit einem geringeren Leistungssatz vergütet. "Die endgültige Entscheidung der Kassen kam für uns sehr plötzlich", sagt PD Dr. med. Frank-Michael Reinhardt, Chefarzt des ZNR. "Wir können diese auch nicht nachvollziehen, denn seit über 20 Jahren war unser erfolgreiches und in der Region einzigartiges Behandlungskonzept als Krankenhausleistung unumstritten und wurde von den Krankenkassen finanziert."

Die Krankenkassen stellten die Klinik vor die Wahl entweder die Tagesklinik zu schließen oder das Behandlungskonzept mit deutlich verringerter Vergütung als Rehabilitationsleistung weiterzuführen. "Wir haben intensiv an einer möglichen Weiterführung des Konzepts gearbeitet und alle Optionen durchgerechnet", erläutert Werner Siemon. "Als Kommunalunternehmen sind wir jedoch verpflichtet, keine Defizite zu machen. Würden wir die Behandlung in der Tagesklinik wie bisher fortführen, würde die erheblich verringerte Vergütung der Krankenkassen die Kosten ab dem 01.01.2012 bei Weitem nicht mehr decken. Deswegen mussten wir aus betriebswirtschaftlichen Gründen die Tagesklinik schließen."

Kein vergleichbares Angebot für Patienten in der Region
Von der Schließung der Tagesklinik des ZNR betroffen sind Patienten mit neurologischen Erkrankungen, die dort individuell Therapien erhalten, welche nicht ambulant durchgeführt werden können. Z. B. nach einem Schlaganfall oder einer Hirnoperation, mit einem Schädel-Hirntraume, Multipler Sklerose oder Parkinson. Schwerpunkt war die teilstationäre Rehabilitation mit der Möglichkeit zur Nutzung aller diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten eines großen akutneurologisch-rehabilitativen Zentrums. "Für diese spezielle Patientengruppe gibt es in der Region leider kein vergleichbares Diagnostik- und Behandlungskonzept", bedauert PD Dr. med. Frank-Michael Reinhardt, Chefarzt des ZNR.

Die elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tagesklinik, alles Therapeuten, werden innerhalb des Klinikums am Europakanal, bevorzugt im ZNR, weiter beschäftigt werden.